Joseph Molitor

Joseph-Molitor

Pfarrer Joseph Molitor

Joseph Molitor wurde am 10. Dezember 1912 in Rümelingen geboren. Er ist der jüngere Bruder von Georges Molitor. Seine Jugendjahre verbrachte er mit seinen fünf Geschwistern in Rümelingen, wo er auch zur Grundschule ging. Anschließend besuchte er den humanistischen Zweig des Gymnasiums Athénée de Luxemburg und trat danach in das bischöfliche Priesterseminar ein. Nach sechs Studienjahren empfing er am 16. Juli 1939 in der Kathedrale von Luxemburg die Priesterweihe. Seine Primiz feierte er am 23. Juli in der Pfarrkirche St. Sebastian in Rümelingen. Im Herbst 1939 trat er sein Priesteramt als Vikar in Differdingen-Fousbann an.

Durch seine große Begabung für Fremdsprachen, hatte er in den Kriegsjahren einen besonderen Zugang zu zahlreichen Flüchtlingen, denen er helfen konnte.

Nach dem Krieg, im Jahre 1946, wurde er zum Pfarrer in Niederwampach-Schimpach ernannt. Von 1951 – 1959 war er Pfarrer in Greiveldingen.

1957 folgte er dem Priester und Poeten Wilhelm Weis im Amt des Gefängnisgeistlichen in Luxemburg-Grund. Gleichzeitig war er für die Erziehungsheime von Schrassig und Dreiborn tätig.

Er konnte dank seiner Sprachkenntnisse häufig für die italienischen, portugiesischen und spanischen Mitbürger muttersprachliche Messen zelebrieren.

Mit seinem großherzigen und humorvollen Wesen half er über die Jahre nicht nur den Gefangenen, sondern auch allen, die seiner Hilfe bedurften.

1972 trat er in den Ruhestand und kehrte in seine Heimatstadt Rümelingen zurück. Dort übernahm er die Seelsorge der portugiesischen Bevölkerung des Kayltals und der Schwestern vom Armen Kinde Jesus.

Nach dem Tod seines Mitbruders, Pfarrer Emile Ass, zog er mit seiner Schwester Susanna in das Altenheim in Rümelingen, wo er die Heimbewohner seelsorgerisch betreute. Hier verbrachte er seine letzten Lebensjahre.

Joseph Molitor interessierte sich während seines ganzen Lebens für Musik – er spielte Harmonika, Gitarre und Harmonium – , für Malerei und für Sprachen, die er mit außerordentlicher Leichtigkeit erlernte. In seiner Jugend begleitete er seinen Bruder Georges mit dem Fahrrad durch das ganze Land, wo sie Landschaftsmalereien in Öl oder Aquarell anfertigten. Wunderbare Aquarellbilder von seinem Aufenthalt in Niederwampach und Greiveldingen sind erhalten geblieben. Auch religiöse Motive, wie etwa einen Kreuzweg, hat er dargestellt.

Pfarrer Joseph Molitor starb am 16. August 1997 in seinem 85. Lebensjahr. Er ruht auf dem Friedhof seiner Heimatstadt Rümelingen.