Georges Molitor

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Georges Molitor im April 1985

Georges Molitor ist am 24. März 1905 in Rümelingen geboren. Seine Eltern sind Nicolas Molitor (geboren am 3. Juni 1872 in Ettelbrück und gestorben am 3. Februar 1943 in Differdingen) und Marie Strock (geboren am 30. August 1872 in Befort und gestorben am 12. August 1931 in Rümelingen).

Seit seiner frühen Jugend hat Georges Molitor eine spezielle Begabung für Zeichnen und Malerei gezeigt. Schon in der Primärschule wurde er von seinen Lehrern als Vorbild-Zeichner dargestellt, eine Auszeichnung, die er sein ganzes Leben lang nicht vergessen hat.

Leider kam es in einer Familie mit sechs Kindern nicht in Frage, einem akademisches Studium nachzugehen. Schon mit 15 Jahren arbeitete Georges Molitor mit seinem Vater zusammen in der Schmiede des Erzbergwerks von Nondkeil (Öttingen). Sein Vater, der den Beruf des Schmiedes in Argentinien gelernt hatte, war ein ausgezeichneter Lehrmeister. Sehr schnell lernte Georges Molitor den Beruf und er spürte in sich das Bedürfnis kunstschöpferisch tätig zu werden, speziell beim Schmieden von Eisen und Ziselieren von Kupfer. Er schmiedete seine eigenen Stößel zur Verarbeitung des Kupfers.

Nach dem ersten Weltkrieg trat er in die Firma seines Bruders ein, der zu dieser Zeit die Fahrleitung der interkommunalen Trambahn zwischen Rodingen und Düdelingen verlegte. Danach arbeitete er in der Wartung zuerst der Trambahnen und später der Busse der TICE.

Begeistert von der Kunst, nahm er in seiner Freizeit sein Malkasten und durchquerte das Land mit seinem Fahrrad, um einen Teil seiner Ölbilder zu malen. Ausserhalb von Luxemburg zeigte er eine Vorliebe für Schweizer Landschaften.

Das Bilderwerk von Georges Molitor ist farbenfreudig, realitätsnah und detailtreu.

Georges Molitor hat nie wirklich daran gedacht seine Werke zu verkaufen, seine Ausstellungen waren eher selten. Seine erste Ausstellung fand im Schaufenster eines Rümelinger Malermeisters statt. Gelegentlich stellte er im Gesellschaftsraum des Pfarrheims, im Rathaus und später in der Kulturstätte aus. Eine einzige Ausstellung gab es im Theater von Esch-Alzette.

Für einen Autodidakten ist das Werk von Georges Molitor überwältigend. Er hat kirchliche Skulpturen renoviert, Landschaften und Portraits gemalt, Statuen und andere Skulpturen aus Marmor, Stein und Holz, sowie Kunstwerke aus Schmiedeeisen und Kupfer angefertigt. Besonders hervorzuheben sind der Kreuzweg aus ziseliertem Kupfer und die Holzstatue des heiligen Antonius in der Kirche von Wahlhausen, der in Holz skulptierte Kreuzweg in der Kirche von Manternach, eine Statue in der Kapelle des heiligen Elisius in Düdelingen sowie eine Hozstatue der heiligen Maria Goretti in der Kirche von Rümelingen.

Georges Molitor war sehr stolz auf die Kapelle „Regina Mundi“, die am Ende des Langegronn (heute Escherstrasse) gebaut wurde und deren Pläne und Skulpturen er selbst erstellt hatte. Leider wurde diese Kapelle zerstört bei dem Verkauf des anliegenden Grundstücks.

Georges Molitor blieb künstlerisch aktiv bis zu seinem 90. Lebensjahr. Zu diesem Anlass machte er eine Ausstellung in der Kulturstätte von Rümelingen. Seine letzte Ausstellung fand in der Mehrzweckhalle des Altenheims „An de Wisen“ von Bettemburg statt. Dort verbrachte er die letzten Lebensjahre.

Georges Molitor starb am 1. Mai 1999. Diese Seite ist seinem Andenken bestimmt und seinen vom grossen Publikum verkannten Werken gewidmet.